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Historie der JKG:
2011:
40 Jahre Judo Kampfgemeinschaft Essen

Am 19.02.2011 feierte die JKG Essen ihr 40 -jähriges Bestehen mit einem Empfang an der Kuhlhoffstraße.
Zahlreiche Judoka, befreundete Vereine so wie Ehrengäste folgten der Einladung, um mit uns vier Jahrzehnte gute Zusammenarbeit im Judosport zu feiern.
Der Vorstand durfte sich besonders über das Erscheinen von folgenden Gästen freuen:
Rudolf Jelinek ( Erster Bürgermeister), Klaus Diekmann ( Vorsitzender des Ausschusses für die Sport - und Bäderbetriebe), Werner Dieker ( Essener Politik SPD ), Friedhelm Balke ( Ehemaliger Bezirksvorsteher), Wolfgang Rohrberg (Geschäftsführer Essener Sportbund), Dr. Bernhard Graf von Schmettow (Vorstand Essener Sportbund), Hubert Wildschutz ( Pressereferent Essener Sportbund), Ute Arnd ( Sportjugend Essener Sportbund), Matthias Schießleder (Ehrenvorsitzender NWDK), Franz Popecz (Kreis- Kr. a.D.),
Friedhelm Buhren (Kreisfachwart), Kai Thain ( Kreiskampfrichterobmann) und Susanne Wieser ( Kreisjugendleiterin)

Um ca. 11.00 Uhr wurden die Gäste mit einem kleinen Sektempfang begrüßt.
Ursula Flore verschaffte uns einen kleinen Einblick in die Geschichte der JKG Essen.

Hier ein kleiner Auszug davon:
Dieses Jubiläum ist auf die Initiative von Walter Schlarb
zurück zu führen. Am 12.02.1971 wurde die JKG Essen in den Nordrhein.- Westf. Judoverband aufgenommen. Dies war der Anfang einer guten Zusammenarbeit.
Am 08.09.1990 stieg das Team der JKG Essen in die 2. Bundesliga auf und konnte sich dort im Mittelfeld etablieren.
Im Mai 1993 nahm die JKG sogar am Aufstiegsturnier zur 1. Bundesliga in Leverkusen teil.
1994 folgte eine Umstrukturierung des Judo – Ligasystems und die Regionalliga wurde eingerichtet.
In die neu aufgeteilte 2. Bundesliga stiegen nur die ersten beiden Teams der jeweiligen Gruppe auf. Essen lag damals punktgleich mit dem Drittplatzierten auf Platz 4.
Das Gastspiel in der neuen Liga dauerte aber nur eine Saison,
denn das Team der JKG Essen gewann alle Kampfbegegnungen und nahm somit am 28.10.1995 wieder an der Aufstiegsrunde teil.
Es folgten viele Erfolgreiche Jahre. Durch die gute Zusammenarbeit im Kreis Essen, verfügte die JKG ab 2000 sogar über drei Ligamannschaften.
Ursula Flore dankte allen Essener Vereinen für die gute Zusammenarbeit, die hervorragende Trainingsarbeit und die Bereitschaft ihre Kämpfer für den Mannschaftsbereich zur Verfügung zu stellen.
Als Ursula Flore ihre Rede beendet hatte, ergriffen noch einige Ehrengäste das Wort.
Es folgten noch einige dankende Worte an Ursula Flore und an Ralf Drechsler für ihre unermüdliche Vereinsarbeit.
Nach dem der formelle Teil beendet war, wurde das Buffet eröffnet und es fand noch ein gemütliches beisammen sein statt.
Viele Gäste nutzten dies für einige Gespräche und um sich ein wenig auszutauschen.
Vielen Dank an alle Helfer die zu dem guten Gelingen unseres Empfanges beigetragen haben.



2010:
Febr.
7. Platz BO Croco-Cup U14, Osnabr. Sarah Genster
5. Platz Westdeutsche EM U17 Falk Balzer
1. Platz Senioren-Cup Ü30 Birgit Tewes
1. Platz Senioren-Cup Ü30 Ralf Drechsler
3. Platz Senioren-Cup Ü30 Thomas Gierig
5. Platz Landes MT Männer, Bielefeld
März
7. Platz DJB-Ranglistenturnier Sascha Wasin
3. Platz 6. Rheinland Open U14 Sarah Genster
1. Platz 6. Rheinland Open U17 Falk Balzer
1. Platz 6. Rheinland Open Sascha Wasin
5. Platz 6. Rheinland Open Jens Schäfer
April
5. Platz Landeseinzelturnier U14 Jannis Zapros
Mai
5. Platz Westdeutsche Jahrgangs EM U15 Corinna Zapros
3. Platz Rheinland-Kyu-Cup U14 Pia Naber
5. Platz Westdeutsche Jahrgangs EM U15 Corinna Zapros
5. Platz DJB-Ranglistenturnier Sascha Wasin
Okt.
1. Platz Bonsai-Cup U11 Marina Zapros
1. Platz Bonsai-Cup Lara Lewandowitz
2. Platz Bonsai-Cup Lena Gierig
5. Platz Bonsai-Cup Luis Döhring
2. Platz 9. Landesichtungsturnier U13 Jannis Zapros
3. Platz 9. Landesichtungstunier U 16 Falk Balzer
Umzug
Aufgrund der Generalsanierung des Stadtbades Nord-Ost muss die Judo-Kampfgemeinschaft Essen für ca. 1 Jahr in eine andere Trainingsstätte ziehen. Am 29. Juli 2010 trafen sich einige Judoka und begannen ihren bisherigen Übungsraum leer zu räumen.
Da in der neuen Räumlichkeit noch die Ferien-Aktion „Ferienspatz“ untergebracht war, wurden die Matten zunächst nur in einer Ecke des Raumes aufgestapelt.
Am 1. September begann in der neuen Übungshalle im Bürgerpark, Kuhlhoffstraße das erste Training. Zuvor waren einige Arbeiten zur Einrichtung der Infrastruktur erforderlich und durchgeführt worden.
Ein Tag der offenen Tür, der am Samstag, den 2. Oktober 2010, durchgeführt wurde, sollte den Anwohnern Gelegenheit geben, die JKG kennenzulernen.
2009:
Febr. Urkunde zur Ernennung zum Ehrenkampfrichter der EJU
Anlässlich des Otto-Grand-Prix vom 21. – 22. Febr. In Hamburg, wurde dem langjährigen NRW-Landes-Kampfrichterreferenten, Bundeskampfrichter und Mitglied der Bundeskampfrichterkom-mission die Urkunde zur Ernennung zum Ehrenkampfrichter der EJU (Europäische Judo-Union)
überreicht.
Diese Auszeichnung wurde ihm für seine beispielhafte langjährige Tätigkeit im Kampfrichterwesen in Deutschland und auch darüber hinaus, zuteil.
Dieter Bruns ist der erste Judoka, dem diese Ehrung zuteil wurde.
März
Gold Rheinland Open U17 Falk Balzer
Silber Rheinland Open Jens Schäfer
4. Platz Westdeutsche MM Männer JKG
April
Platzierung DJB-Sichtungsturnier U 15 Falk Balzer
Bronze 11. DJB-Sichtungsturnier Falk Balzer
Mai
Gold Westdeutsche EM U15 Falk Balzer
5. Platz 1. Judo-WM Sindelfingen Christian Medrow
Juni
Gold Rheinland Kyu-Cup Max Mäffert
Bronze Rheinland Kyu-Cup Jannis Zapros
Bronze Rheinland Kyu-Cup Corinna Zapros
Gold Ruhrolympiade
Sept.
Bronze DJB-Ranglistenturnier Sascha Wasin
Gold Warzaw Open U15 Falk Balzer
Gold Int.Turnier Zakopane Falk Balzer
Okt.
Bronze Westdeutsche EM Sascha Wasin
7. Platz Deutsche EM der LV Sascha Wasin
Gold Bonsai-Cup U11 Lena Gierig
Silber Bonsai-Cup Lara Lewandowitz
Bronze Bonsai-Cup Marina Zapros
Gold Bonsai-Cup U13 Max Mäffert
Gold Bonsai-Cup Pia Naber
Bronze Bonsai-Cup Jannis Zapros
Bronze Bonsai-Cup Marie-Christin Pforr
Ehrung
Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Deutschen Judo-Bundes Ende Oktober in Wuppertal, wurde Dieter Bruns mit dem 7.Dan ausgezeichnet.
Ligaabschluss Regionalliga Platz 2
Landesliga Platz 3
Aufstiegsturnier in die 2. Bundesliga
Rangliste des Nordrhein-Westfälischen Judo-Verbands
Endstand 2009 Männer Sascha Wasin
Stadtmeisterschaften Mülheim:
U11:
Hila Öner (JC Altenessen ) 1. Platz
Lara Lewandowitz ( JKG Essen) 1. Platz
Marina Zapros ( JC Altenessen ) 2.Platz
Lena Gierig (JKG Essen ) 2. Platz
Luis Döhring (JKG Essen) 2. Platz
Erik Wolf (JKG Essen) 3. Platz
Dennis Frieg (JKG Essen) 2.Platz
Henrik Preusser (JKG Essen) 3. Platz
Niko Ramschak (JKG Essen) 3. Platz
2008:
Febr.
Bronze DJB-Sichtungsturnier Sascha Wasin
Bronze Crocodiles-Cup U14 Falk Balzer
Silber Bergischer Schmied Sebastian Drechsler
Silber Bergischer Schmied Dennis Wingender
Bronze Bergischer Schmied Pascal Wasin
Silber Bergischer Schmied Birgit Tewes Gold 1. Deutscher Senioren-Cup Ralf Drechsler
Silber 1. Deutscher Senioren-Cup Birgit Tewes
Gold Westdeutsche EM U20 Sascha Wasin
Bronze Westdeutsche EM U17 Mareike Fenger
Gold Landes-Allianz-Cup U14 Falk Balzer
März
5. Platz Deutsche EM Sascha Wasin
Gold Rheinland Open U14 Falk Balzer
Bronze Rheinland Open U17 Mareike Fenger
Bronze Rheinland Open Sascha Wasin
Bronze Rheinland Open Birgit Tewes
April
Bronze Bundesoffenes Turnier U 15 Falk Balzer
Mai
Gold Rhein-Ruhr-Pokal Sebastian Drechsler
Bronze Rhein-Ruhr-Pokal Pascal Wasin Bronze Rhein-Ruhr-Pokal Sascha Wasin Bronze Rhein-Ruhr-Pokal Birgit Tewes
5. Platz Rhein-Ruhr-Pokal Mareike Fenger
Juni
Gold Westdeutsche EM +30 Christian Medrow
Gold Westdeutsche EM +30 Birgit Tewes
Juli
Gold Rhein-Ruhr-Pokal Sebastian Drechsler
Bronze Rhein-Ruhr-Pokal Pascal Wasin
Bronze Rhein-Ruhr-Pokal Sascha Wasin
Bronze Rhein-Ruhr-Pokal Birgit Tewes
August
Silber U20-Turnier Sebastian Drechsler
Silber U20-Turnier Dennis Wingender
Gold Hoppe-Turnier U14 Falk Balzer
Gold Hoppe-Turnier U14 Jana Krüger
Gold Hoppe-Turnier U14 Mareike Fenger
Sept.
Silber Westdeutsche EM U14 Falk Balzer
Okt.
Bronze Landessichtungsturnier U13 Corinna Zapros
5. Platz Landessichtungsturnier U13 Pia Naber
Silber Landessichtungsturnier U16 Jana Krüger
5. Platz Landessichtungsturnier U16 Falk Balzer
3. Platz Rangliste NWJV Sascha Wasin
Ligaabschluss
1. Platz Regionalliga Männer JKG
1..Platz Landesliga Männer JKG II
2007:
Abstieg der Bundesligamannschaft in die Regionalliga, trotz
super Kämpfe, die fast besser waren als die letzten Jahre (oft hoch
verloren und eine Mannschaft geschlagen um die Klasse zu halten), allerdings
leider immer knapp mit 8:6 endeten.
Ebenfalls Abstieg aus der Oberliga in die Landesliga, weil
oft unterbesetzt angetreten wurde. Somit Rückzug der dritten Mannschaft
aus der Landesliga (Zwangsabstieg) um sich auf die beiden Mannschaften
zu konzentrieren.
Febr.
Gold Westdeutsche EM U20 Sascha Wasin
Silber Westdeutsche EM U20 Sebastian Drechsler
März
Silber Rheinland Open U14 Falk Balzer
Bronze Deutsche EM U 20 Sascha Wasin
April Sportler-Ehrung der Stadt Essen
Der 2. Vorsitzende, Judo-Leistungstrainer und vielseitiger Funktionär Ralf Drechsler, durfte sich über die Ehrung für herausragende Funktionäre freuen
Mai
Bronze Rheinland-Kyu-Cup Joshua Höll
5. Pl. Rhein-Ruhr-Pokal U20 Lars Schäfer
Gold Rhein-Ruhr-Pokal Nikolai Wunderlich
Gold Rhein-Ruhr-Pokal Sascha Wasin
Silber Rhein-Ruhr-Pokal Christian Medrow
Juni
Gold Offene Deutsche EM ü30 Christian Medrow
Juni/Juli
Int. Trainingslager des Bundeskaders in Südkorea Sascha Wasin
Sept.
Gold Bundesoff. Osnatal-Cup Sascha Wasin
Nov.
5. Pl. Europa-Meisterschaften ü30 Christian Medrow
Bronze DJB-Sichtungsturnier U19 Sascha Wasin
Silber 6. LO Sichtungsturnier Falk Balzer
Vor den Sommerferien, im Juni, verließ Klaus Blömeke die JKG.
Er hatte seit 2003 als Vereins-, aber auch als Kreis-Jugend-Leistungstrainer
gearbeitet und hatte auch das Ressort des Presse-wartes inne.
2006:
Abstieg der zweiten Mannschaft aus der Regionalliga, die
sogar hätte gehalten werden können, wenn mehr Kämpfer an
den Kampftagen anwesend gewesen wären.
Die erste Mannschaft wird 7. in der 2.Bundesliga und hält
somit die Klasse.
Die dritte Mannschaft wird 3. in der Landesliga mit 12:4
Punkten!
Rangliste NWJV:
Vereine Jugend 19. Platz JKG
Männer U17 3. Platz Sascha Wasin
Internationales Ranglistenturnier, 18. Febr. Herne
3. Platz - 81 kg Pascal Wasin
5. Altersklassenturnier, 11. März in Hattingen
+ 30Jahre 3. Platz + 90 kg Christian Medrow
+ 45Jahre 1. Platz - 90 kg Ralf Drechsler
+ 40Jahre 1. Platz +90 kg Frank Fischer
Int. Turnier - BSI-Open, 29. April in Mönchengladbach
U17 3. Platz - 50 kg Dennis Wingender
U20 1. Platz +100 kg Sascha Wasin
Sen. 5. Platz -100 kg Christian Medrow
Bonn-Open (Kessko-Cup), 17. u. 18. Juni in Bonn
Sen. 3. Platz +100 kg Sascha Wasin
World Masters Championships der World Judo Association 06, +30, Anf.
Juli in Tours (Frank-reich)
5. Platz Klasse M 1 30-34 Jahre - 81 kg Christian Medrow
1. Platz Klasse M 2 35-40 Jahre - 90 kg Boris Pawels (Mannschaftskämpfer)
7. Platz Klasse M 3 40-44 Jahre - 100 kg Frank Fischer
3. Platz Klasse M 4 45-49 Jahre - 90 kg Ralf Drechsler
Offene Deutsche EM für Männer und Frauen ü 30, 7. Okt.
in Landshut
Fast 300 Teilnehmer aus allen Bundesländern trafen sich zur Meisterschaft
der Ü30.
1. Platz Klasse M 4 - 90 kg Ralf Drechsler.
Wolfgang-Welz-Gedächtnisturnier U19, 4. November in Mannheim
5. Platz - 90 kg Sascha Wasin
Landessichtungsturnier U13, 5. November in Duisburg-Walsum
5. Platz - 50 kg Jasin Savas
2005:
Die erste Mannschaft wird 5. in der 2.Bundesliga mit 6:8
Punkten (punktgleich mit dem 4. Platz).
Die dritte Mannschaft wird 2. in der Landesliga mit 12:2
Punkten (Punktgleich mit dem Ersten)!!!
NWJV-Rangliste 2004:
Vereine im Jugendbereich
= 13. Platz JKG
Männer U17
= 7. Platz Sascha Wasin
= 16. Platz Jens Schäfer
= 17. Platz Sebastian Drechsler
Int. Turnier für Nationalmannschaften U16, im Januar in Straßburg
3. Platz +90 kg Sascha Wasin
Westdeutsche Einzelmeisterschaft U17, 30. Januar, Münster
3. Platz +90 kg Sascha Wasin
Deutsche Einzelmeisterschaft der U17, 12. Februar, Naumburg/Sachsen-Anhalt
3. Platz +90 kg Sascha Wasin
LOT Altersklassen-Turnier, 12 März, Hattingen
+30 ? Platz - 90 kg Christian Medrow
Int. Turnier U17 in Jicin/Tchechien
3. Platz +90 kg Sascha Wasin
Int. Deutsche EM U17, 7. Mai, Berlin
3. Platz +90 kg Sascha Wasin
Kessko-Cup, 25 u. 26. Juni in Leverkusen
U17 3. Platz +90 kg Dennis Wingender
1. Platz +90 kg Sascha Wasin
World-Games-Day am 2. Juli in der Sporthalle Raumerstraße
Leider litt diese Veranstaltung unter dem fehlenden Publikum. Sie lag
zu sehr im Schatten der Hauptveranstaltung in Duisburg. Auch hatte die
Presse nur im kleinen, wenig auffälligen Hinweisen auf die Veranstaltungen
in Essen hingewiesen.
Alle Vorführungen und Demonstrationen waren sehr guter Qualität,
sie wären es wert gewesen, von großer Zuschauerkulisse bewundert
zu werden.
1. Offene Deutsche EM für Männer und Frauen ü 30, 5. u.
6. Okt. in Berlin
Nachdem die Deutsche Vertretung bei den Veteranen-Weltmeisterschaften
in Wien und Toronto überaus gut abgeschnitten haben, veranstaltete
der DJB jetzt erstmals eine offene Meisterschaft für Athleten ü30
Jahre. Mehr als 300 Teilnehmer kämpfen um Titel und gute Platzierungen
Bronze 30-34 Jahre - 90 kg Christian Medrow
Gold 45-49 Jahre - 90 kg Ralf Drechsler
7. Platz 40-44 Jahre - 90 kg Frank Fischer
Ligamannschaften 2005
Männer 2. Bundesliga 5. Platz JKG I
Männer Oberliga 3. Platz JKG II
Da die Vereine Hennef und Hattingen ihre Mannschaften aus Kostengründen
zurückgezogen haben, steigt die JKG II in die Regionalliga auf.
Landesliga Mittelplatz
2004:
Die erste Mannschaft wird 7. in der 2.Bundesliga und hält
somit die Klasse.
Die dritte Mannschaft wird 5. in der Landesliga.
Westdeutsche Einzelmeisterschaft U17, 14. Februar, Mönchengladbach
3. Platz - 50 kg Lars Schäfer
3. Platz +90 kg Sascha Wasin
Bezirkspokal Bergischer Schmied, Februar, Remscheid
1. Platz - 81 kg Pascal Wasin
LOT Altersklassen-Turnier, 20 März, Hattingen
Ü 30 2. Platz - 90 kg Christian Medrow
Ü 40 1. Platz +90 kg Frank Fischer
Kessko-Cup, Bonn, 3. Juli
U17 3. Platz - 55 kg Lars Schäfer
5. Platz - 55 kg Jens Schäfer
3. Platz - 66 kg Sebastian Drechsler
3. Platz +90 kg Sascha Wasin
BOT, Nikolausturnier, 5. Dezember, Herne
2. Platz +90 kg Sascha Wasin
Ralf Drechsler und Klaus Blömeke erwerben am 10. Dezember die Trainer
B-Lizenz
Ligaabschluss Klassenerhalt 2. Judo-Bundesliga JKG I
Mittelplatz Oberliga JKG II
Mittelplatz Landesliga JKG III
2003:
JKG Essen I wird Dritter in der Regionalliga und schafft
den Aufstieg zurück in die 2.Bundesliga!!!
Die dritte Mannschaft wird Bezirksligameister (18:2 Punkte)
und steigt in die Landesliga auf!!!!
5. Febr. Westd. EM U17:
3. Platz Michael Wojtas
4. Mai 18. Rhein-Ruhr-Pokal:
3. Platz Nico Wunderlich
2. Platz Christian Medrow
Neue Trainingsstätte für die JKG
Gegen Ende des Jahres 02 verliert die JKG, aufgrund einer Vertragsänderung
durch die Eigentümer und anderer grundlegender Veränderungen,
das Gastrecht bei der Sportschule Samurai, Essen-Mitte.
Es beginnt eine Suche nach anderen Übungsräumen. Da in Essen
ein Mangel an Trainingsstätten besteht, wurde es recht schwierig
eine geeignete Räumlichkeit zu finden.
Eine Möglichkeit bot sich im Keller des Haus des Sports, doch ein
Veto der Gewichtheber, die hier schon Gastrecht hatten, macht hier eine
Zusammenarbeit zunichte. Die Gewichtheber fühlten sich durch die
Judoka und ihrer Mattenfläche, in ihrem eigenen Aktionsradius beengt.
Eine weitere Möglichkeit im Kellerraum der neuen Turnhalle am Hallo
lässt sich ebenfalls durch das Veto der Eigentümer (VIP-Raum)
nicht verwirklichen.
Am 1. Mai 2003 kann in einer Räumlichkeit des Stadtbades Nord-Ost,
Schonnebeckhöfe 60, ein Dojoraum eingerichtet und angemietet werden.
In einem recht umfangreichen Arbeitsaufwand wird die Mattenfläche
aus der Stadtmitte (~ 110 m²) abtransportiert und hier verlegt. Viele
Athleten sind tatkräftig dabei.
Am Montag, den 16. Juni 03, wird dann der neue Dojoraum offiziell eingeweiht.
Viele Ehren-gäste, darunter Frau Bürgermeister Jäger und
der Präsident des Deutschen Judo-Bundes, Peter Frese, sowie zahlreiche
Vertreter der Essener Judo-Vereine, geben der Einweihung einen besonderen
Rahmen.
Zur besseren Belüftung wird dieser Raum, der keine Fenster und nur
eine Lüftung besitzt, einige Monate später mit zwei großen
Lichtkuppeln ausgestattet. An hellen Tagen fällt nun genug Licht
in den Raum, macht ihn freundlicher, auch sorgen die Lichtkuppeln für
eine zusätzliche Lüftung.
Landeseinzelturnier, Kessko-Cup, U13, U15, U17 und U20 m + w, 12./13.
Juli in Bonn-Beuel.
Rund 700 Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen kämpften an zwei
Tagen um den begehrten Mar-zipan-Cup der Firma Kessko. Die Sieger erhielten
ein 1 kg schweres Marzipanschein. Aber auch für die anderen standen
viele süße Preise parat.
U17 3. Platz +81 kg Sascha Wasin
U20 3. Platz -60 kg Nicolai Wunderlich
3. Platz -81 kg Pascal Wasin
Deutsch-Polnischer Jugendaustausch, 27. Sept., Pasacal und Sascha Wasin
starten für den NWJV.
Rheinlandmeisterschaften am 28. September in Köln-Worringen
Männer -90kg:
1. Platz: Pascal Wasin
2. Platz Christian Medrow
1. Freundschafts-Zollverein-Wanderpokalturnier für Kreis-Auswahlmannschaften
der männl. Jugend U17 aus Städten des Steinkohlereviers.
Am Samstag, den 27. September 2003 kämpften auf dem Gelände
der Zeche Zollverein die Mannschaften des Kreises Bottrop, Duisburg und
Essen gegeneinander. Viele Zuschauer versammeln sich in der Halle 12,
die im Rahmen des 27. Zechenfestes das Gelände besuchten.
Der Bezirksvorsteher Friedhelm Balke hatte den Wanderpokal gestiftet.
Leider mussten die Essener den Pokal an Bottrop geben.
Dieses Pokalturnier soll nun jährlich, immer am letzten Septemberwochenende
stattfinden.
Westdeutsche Einzelmeisterschaft der Männer am 12. Oktober in Goch-Kevelaer:
2. Platz - 90 kg Pascal Wasin
11. BO Mario-Kwiat-Gedächtnisturnier, 5. Okt.:
7. Platz -50 kg Lars Schäfer
Westdeutsche Einzelmeisterschaft der U15 am 18. Oktober in Herne:
2. Platz +73 kg Sascha Wasin
2. Landessichtungsturnier in Duisburg:
1. Platz -46 kg Jens Schäfer
3. Platz -50 kg Lars Schäfer
1. Platz -66 kg Sebastian Drechsler
3. Platz +81kg Sascha Wasin
Westdeutsche Vereinsmannschaftsmeisterschaft der U17, 15. Nov. JKG: 5.
Platz.
Dan-Prüfung in Rheda-Wiedenbrück, 29. November
Der 2. Vorsitzende und Leistungstrainer Ralf Drechsler besteht Prüfung
zum 5. Dan.
2002:
9. Februar, LOT U15 Duisburg:
1. Platz Sebastian Drechsler
16. Februar, Westdeutsche EM:
5. Platz Daniel Thorbrügge, Qualifizierung für Deutsche EM
9./10. März, Int. Turnier Duisburg:
3. Platz Sebastian Drechsler
18. Mai, Rheinland EM U20:
3. Platz Nicolai Wunderlich
2. Platz Philipp Holtz
25. Mai, Westd. EM U20:
3. Platz Philipp Holtz
5./6. Okt., Westd. EM:
U15 1. Platz Sebastian Drechsler
Judo-Turnier Polen 1. Platz Sebastian Drechsler
10. Nov. Bundesliga-Aufstiegsturnier in Garbsen bei Hannover:
Die JKG I hat sich aufgrund des guten Tabellenplatzes in der Regionalliga
für das Aufstiegsturnier qualifiziert.
Unter den 6 Mannschaften erreichen die Essener Platz 4, später können
die Essener auf Platz 3 aufrücken.
24. November Dieter Bruns erhält anlässlich der 50-Jahr-Feier
des Deutschen
Judo-Bundes, die goldene Ehrennadel.
30. Nov. LOT in Duisburg:
1. Platz Sebastian Drechsler
2001:
15. Februar 30 Jahre Judo-Kampfgemeinschaft Essen
22. April: Feier in Aula der Gustav-Heinemann-Schule, Schonnebeckhöfe
Ein kleiner Sektempfang sollte die Gäste auf die Feier einstimmen.
Der Empfang sollte als Dank für die guten Leistungen in der Vergangenheit
und auch als Dank für die gute Zusammenarbeit mit den Essener Judo-Vereinen
und -Abteilungen, verstanden werden.
Mehr als 100 Gäste, Ehrengäste (Stadt und Verbände), Vereinsvertreter
und Mitglieder trugen sich ins Gästebuch ein. Es wurde für alle
ein netter Vormittag. Viele fleißige Helfer hatten zum guten Gelingen
beigetragen.
Landesjugendkader Sebastian Drechsler D2.2/D
18. LOT U15, Duisburg:
2. Platz Sebastian Drechsler
2. Platz Chris Eberlein
3. Platz in der Vereinswertung
Rheinlandmeisterschaften:
3. Platz Michaela Böcker
JKG I steigt aus der 2. Bundesliga ab
JKG II Mittelplatz Oberliga
JKG III Mittelplatz Bezirksliga
20. Nov. Ursula Flore erhält Ehrenurkunde und Ehrennadel des ESPO
in Gold
Struktur der Gürtelfarben des Deutschen
Judo-Bundes:
| Farbe |
Grad |
| Weiß |
9.Kyu |
| Weiß-gelb |
8.Kyu |
| Gelb |
7.Kyu |
| Gelb-orange |
6.Kyu |
| Orange |
5.Kyu |
| Orange-grün |
4.Kyu |
| Grün |
3.Kyu |
| Blau |
2.Kyu |
| Braun |
1.Kyu |
| Schwarz |
1.-5.Dan |
| Rot-weiß |
6.-8.Dan |
| Rot |
9.+10.Dan |
Philosophie des
Judo:

Jigoro Kano
1860-1938
Der folgende Beitrag wurde von Jigoro Kano, dem Begründer des Judo,
anlässlich der ersten internationalen Judo-Sommerschule vom 7.-12.
August 1932 verfasst und stellt seine Gedanken und Überlegungen zur
Idee des Judo dar.
Beitrag des Judo zur Erziehung
von Jigoro Kano
Der Zweck dieser Zeilen ist, Ihnen in den Hauptzügen zu erklären,
was Judo ist. In unserer Ritterzeit gab es viele militärische Übungen
wie Fechten, Bogenschießen, Speerwerfen usw. Unter diesen wird eine
Jiu-Jitsu genannt, eine zusammengesetzte Übung, hauptsächlich
bestehend aus den Arten des Kampfes ohne Waffen, wobei gelegentlich aber
auch Dolche, Schwerter und andere Waffen benutzt wurden. Die Arten des
Angriffs waren meist Werfen, Schlagen, Würgen, Stoßen oder
Treten des Gegners, den Gegner niederhalten, Arme oder Beine des Gegners
biegen oder verdrehen, um Schmerzen oder Bruch zu verursachen. Der Gebrauch
von Schwertern und Dolchen wurde auch gelehrt. Wir hatten auch zahlreiche
Wege, um uns gegen solche Angriffe zu wehren. Diese Übungen in einfachster
Form bestanden sogar in unserem mythologischen Zeitalter. Aber die systematische
Unterweisung, als eine Kunst, reicht erst 350 Jahre zurück.
In meiner Jugend studierte ich diese Kunst bei drei hervorragenden Meistern
dieser Zeit. Der grösste Nutzen stammte von diesem Studium, es lehrte
mich mit dem Gegenstand ernsthafter umzugehen und 1882 eröffnete
ich eine eigene Schule zum Studium des Weges. Die wirkliche
Bedeutung des Wegs ist der Begriff des Lebens. Ich nannte
den Gegenstand den ich lehrte Judo anstatt Jiu-Jitsu.
Zuerst will ich Ihnen die Bedeutung dieser Worte erklären. Jiu
bedeutet sanft oder nachgeben, Jitsu Kunst oder Kunstgriff;
und do Weg oder Grundsatz; so bedeutet Jiu-Jitsu,
eine Kunst erst nachzugeben um schliesslich den Sieg zu erringen; während
Judo bedeutet den Weg oder den Grundsatz desselben.
Lassen Sie mich nun erklären, was mit dieser Sanftheit oder dem Nachgeben
wirklich gemeint ist. Nehmen wir an, wir messen die Stärke eines
Mannes mit Einheiten von eins. Zum Beispiel die Stärke eines vor
mir stehenden Mannes wird von 10 Einheiten dargestellt, während meine
Stärke, die geringer ist, nur 7 Einheiten darstellt. Wenn er mich
nun mit seiner ganzen Kraft stösst, werde ich natürlich zurückgestossen
oder hingeworfen, auch wenn ich meine ganze Kraft gegen ihn nutze. Dies
würde geschehen, obgleich ich meine ganze Kraft gegen ihn wenden
würde, Kraft gegen Kraft gemessen. Aber, wenn ich anstatt mich ihm
entgegenzustellen, nachgebe und meinen Körper gerade soviel zurückziehe,
wie er mich gestossen hat und dabei das Gleichgewicht halte, dann würde
er sich natürlich vorwärtsneigen und dabei sein Gleichgewicht
verlieren.
In dieser neuen Stellung, wird er so schwach (nicht in wirklicher physischer
Stärke, sondern angesichts seiner ungeschickten Stellung), dass seine
Stärke in diesem Augenblick nur 3 Einheiten darstellt statt seiner
normalen 10 Einheiten. Währenddessen erlange ich, immer Gleichgewicht
haltend, meine volle Kraft wieder, die ursprünglich 7 Einheiten darstellte.
Hierdurch bin ich augenblicklich in einer günstigen Lage, und ich
kann meinen Gegner mit nur halber Kraft schlagen, das ist die Hälfte
von 7 oder 3 1/2 gegen 3. Dies lässt die Hälfte meiner Kraft
für andere Zwecke verfügbar. Falls ich grössere Kraft als
mein Gegner hätte, könnte ich ihn natürlich zurückstoßen.
Aber auch in diesem Falle, wenn ich ihn zurückstoßen wollte
und auch die Kraft dazu hätte, würde ich, um mit meiner Energie
besser Haus zu halten, zuerst nachgegeben haben.
Dies ist ein einfaches Beispiel dafür, wie ein Gegner durch Nachgeben
geschlagen werden kann. Andere Beispiele mögen folgen. Angenommen
mein Gegner versucht, meinen Körper zu drehen in der Absicht mich
zu Fall zu bringen. Würde ich ihm widerstehen, würde ich bestimmt
zu Boden geworfen werden, weil meine Kraft nicht ausreicht, ihm Widerstand
zu leisten. Aber wenn ich andererseits ihm Raum gebe und meinen Gegner
noch ziehe, kann ich ihn sehr leicht absichtlich werfen, besonders wenn
ich dabei zu Boden gehe.
Ich will noch ein anderes Beispiel geben. Angenommen wir gehen einen Bergpfad
entlang, an einer Seite ein Abgrund und dieser Mann springt plötzlich
auf mich zu und versucht, mich in den Abgrund zu stürzen. In diesem
Falle könnte ich es nicht verbindern, in den Abgrund geworfen zu
werden, auch wenn ich es versuchte ihm zu widerstehen, während im
Gegenteil; wenn ich ihm nachgebe, im selben Augenblick meinen Körper
wende und meinen Gegner zum Abgrund ziehe, so kann ich ihn leicht über
den Rand werfen und zur selben Zeit meinen Körper auf dem Boden in
Sicherheit bringen.
Ich kann noch beliebig viele Beispiele anführen, aber ich denke,
die, die ich gegeben habe, genügen, damit sie verstehen, wie ich
einen Gegner durch Nachgeben besiegen kann, und da gibt es so viele Beispiele
im Jiu-Jitsu-Kampf, in welchem dieser Grundsatz angewendet ist, und weswegen
der Name Jiu-Jitsu (das ist sanft oder nachgeben) zum Namen dieser ganzen
Kunst geworden ist.
Aber, genau gesprochen, das wirkliche Jiu-Jitsu ist etwas mehr. Die Wege,
den Sieg über einen Gegner durch Jiu-Jitsu zu erringen, sind nicht
darauf beschränkt, den Sieg durch Nachgeben zu erringen. Manchmal
schlagen, stoßen und würgen wir auch im körperlichen Kampf,
aber im Gegensatz zum Nachgeben sind dies verschiedene Formen von positivem
Angriff. Manchmal hält der Gegner das Handgelenk fest. Wie kann man
sich freimachen, ohne seine Kraft gegen des Gegners Griff anzuwenden?
Dasselbe kann man sagen, wenn jemand einen Gegner vom Rücken aus
angreift. Wenn also der Grundsatz des Nachgebens nicht alle Kniffe des
JiuJitsu-Kampfes erklären kann, gibt es dann überhaupt einen
Grundsatz, der wirklich das ganze Feld deckt? Ja, den gibt es, das ist
der Grundsatz des möglichst wirksamen Gebrauchs von Geist und Körper
und Jiu-Jitsu ist nichts anderes als die Anwendung dieses alldurchdringenden
Grundsatzes anzugreifen und zu verteidigen.
Kann dieser Grundsatz auch auf anderen Gebieten menschlichen Wirkens angewandt
werden? Ja, denselben Grundsatz kann man anwenden zur Vervollkommnung
des menschlichen Körpers, um ihn kräftig, gesund und nützlich
zu machen, hiernach zu handeln bedeutet die körperliche Erziehung.
Er kann auch angewandt werden zur Vervollkommnung der intellektuellen
und moralischen Kraft und bedeutet dann die geistige und moralische Erziehung.
Er kann ebenso angewandt werden zur Vervollkommnung von Kost, Kleidung,
Wohnung, gesellschaftlichen Verkehr und Geschäftsgebaren und bedeutet
Studium und Übung auf den Wegen des Lebens. Ich gab diesem alles
durchdringenden Grundsatz den Namen "Judo". So ist Judo im weiten
Sinne ein Studium und eine Übungsmethode für Geist und Körper
wie auch für, die Vorschriften des Lebens und Geschäfts.
Daher kann Judo, in einer von diesen Formen studiert und geübt werden
mit Angriff und Verteidigung als Hauptziel. Bevor ich den Kodokan eröffnete,
wurden diese Angriffs- und Verteidigungsformen studiert und geübt
nur unter dem Namen Jiu-Jitsu, verschiedentlich auch genannt Taijutsu,
das bedeutet, die Kunst den Körper zu handhaben oder Yawara, die
sanfte Handhabung. Aber ich kam zu der Einsicht, dass das Studium dieses
alles durchdringenden Grundsatzes wichtiger ist als das blosse Üben
des Jiu-Jitsu, weil das richtige Verstehen dieses Grundsatzes uns nicht
nur befähigt, ihn in allen Lebenslagen anzuwenden, sondern auch grosse
Dienste leistet beim Studium der Kunst des Jiu-Jitsu selbst.
Man kann diesen Grundsatz nicht nur so erfassen, wie ich es tat. Man kann
zu demselben Schluss kommen durch philosophische Betrachtungen der täglichen
Geschehnisse oder durch abstrakte philosophische Ergründung. Aber
als ich anfing zu lehren, hielt ich es für ratsam, demselben Verlauf
zu folgen, den ich beim Studium dieser Sache nahm, denn dadurch konnte
ich den Körper meiner Schüler gesund, kräftig und nützlich
machen. Gleichzeitig konnte ich ihnen helfen, diesen überaus wichtigen
Grundsatz zu begreifen. Aus diesem Grund begann ich die Unterweisung im
Judo mit Übungen in Randori und Kata. Randori bedeutet freie Übung
und wird unter den Bedingungen des wirklichen Kampfes gehandhabt. Es umfasst
Stoßen, Würgen, den Gegner niederhalten und Arme oder Beine
biegen und verdrehen. Die zwei Kämpfenden können jeden beliebigen
Kniff anwenden, jedoch vorsichtig, um sich gegenseitig nicht zu verletzen,
und müssen den Regeln des Judo betreffend Höflichkeitsforman
gehorchen.
Kata, was wörtlich Form bedeutet, ist ein regelmässiges System
von vorbereiteten Übungen, wie Stoßen, Schlagen, Werfen, Stechen
usw. nach Regeln, so dass jeder Kämpfer vorher genau weiss, was sein
Gegner tun wird. Das Üben von Stoßen, Schlagen, Werfen und
Stechen wird in Kata gelehrt und nicht in Randori, denn würden sie
in Randori angewandt, könnte leicht ein Unfall entstehen, während
in Kata nicht so leicht Unfälle entstehen können, weil alle
Angriffe und Abwehren vorbereitet sind.
Randori wird in verschiedenen Formen geübt. Ist das Ziel einfach
ein Üben der Angriffs- und Verteidigungsformen; kann die Aufmerksamkeit
besonders gerichtet werden auf das Üben der wirksamsten Mittel beim
Werfen, Siegen oder Verdrehen, ohne dabei besondere Absicht auf die Entwicklung
der Körper, oder die geistige und moralische Kultur, zu legen.
Randori kann auch studiert werden mit physischer Erziehung als Hauptziel.
Ich habe schon gesagt, alles muss mit dem Grundsatz von grösster
Wirksamkeit verrichtet werden. Wir wollen nun sehen, wie die bestehenden
Systeme der körperlichen Erziehung diese Prüfung bestehen. Im
ganzen genommen, ist Athletik wohl nicht die ideale Form der körperlichen
Erziehung, denn jede Bewegung ist nicht zur allgemeinen Ertüchtigung
des Körpers gewählt, sondern um irgendein anderes bestimmtes
Ziel zu erreichen. Und weiter, verlangen wir eine besondere Ausrüstung
und lassen eine Anzahl Personen daran teilhaben, so ist diese Athletik
eine Übung für nur eine bestimmte Gruppe von Menschen und nicht
ein Mittel, die physischen Bedingungen einer ganzen Nation zu verbessern.
Dies trifft zu beim Boxen, Ringen und verschiedenen Sorten militärischer
Übungen, die in der ganzen Welt geübt werden. Dann mögen
die Leute fragen: "Ist Gymnastik nicht eine ideale Form von nationaler
körperlicher Ertüchtigung?"
Darauf antworte ich, dass es wohl eine ideale Form von körperlicher
Erziehung ist, die es ermöglicht, den ganzen Körper zu entwickeln
und nicht unbedingt besondere Ausrüstung und Teilnehmer verlangt.
Aber bei der Gymnastik mangelt es an sehr wichtigen Dingen, die für
die physische Erziehung einer ganzen Nation wesentlich sind.
Diese Mängel sind:
1. Verschiedene gymnastische Bewegungen haben keinen Sinn
und sind natürlich ohne Interesse,
2. Kein weiterer Nutzen wird durch das Üben gewonnen,
3. Erlangung von besonderer Geschicklichkeit kann bei der Gymnastik
nicht so sehr erreicht werden wie bei manchen anderen Übungen.
Von diesem kurzen Überblick über das ganze Gebiet der körperlichen
Erziehung kann ich sagen, dass bis jetzt noch keine ideale Form erfunden
ist, die die notwendigen Bedingungen dazu erfüllt.
Diese ideale Form kann nur erschaffen werden durch ein Studium begründet
auf grösster Wirksamkeit. Um all diese Bedingungen und Forderungen
zu erfüllen, muss ein System erfunden werden, das als erste Überlegung
die allgemeine Entwicklung des Körpers hat wie in dem Fall der Gymnastik.
Das nächste wäre, die Bewegungen müssten einen Sinn haben,
so dass sie mit Interesse ausgeführt würden. Dann wieder, die
Bewegungen müssen so sein, dass sie keinen grossen Raum, keine besondere
Kleidung oder Ausrüstung verlangen. Weiterhin müssen sie so
sein, dass sie sowohl einzeln als auch in Gruppen ausgeführt werden
können.
Dies sind die Bedingungen und Forderungen für ein befriedigendes
System zur körperlichen Erziehung einer ganzen Nation. Erst ein System,
das diese Anforderungen erfolgreich erfüllt, kann als Programm zur
körperlichen Erziehung, begründet auf den Grundsatz grösster
Wirksamkeit, in Erwägung gezogen werden.
Ich habe diesen Gegenstand lange Zeit studiert und habe zwei Formen gefunden,
welche wohl alle diese Anforderungen erfüllen.
Eine Form nenne ich die "darstellende Form". Dies ist der Weg,
Gedanken, Ideen und Gemütserregung durch Bewegungen der Glieder,
des Körpers und des Kopfes darzustellen. Tanzen wäre eines dieser
Beispiele, aber Tanzen ist nicht zum Zweck körperlicher Erziehung
erfunden und darum kann man nicht sagen, dass es diese Forderungen erfüllt.
Aber es ist möglich, verschiedene Arten von Tänzen zu erfinden,
die für Menschen verschiedenen Geschlechts und geistiger und körperlicher
Bedingungen passend, die moralische Gedanken und Gefühle ausdrücken,
so dass, verbunden mit der Ausbildung der geistigen Seite einer Nation,
auch der Körper entwickelt werden kann in einer Art, die für
alle geeignet ist.
Diese darstellende Form, nehme ich an, ist auf die eine oder andere Art
üblich in Amerika und Europa, Sie werden wissen, was ich meine, darum
will ich dies nicht weiter behandeln.
Dann gibt es noch eine andere Form, die ich "Angriffs- und Abwehr
Form" nenne. In dieser habe ich verschiedene Methoden des Angriffs
und der Abwehr vereinigt, und zwar so, dass das Ergebnis zu einer harmonischen
Entwicklung des ganzen Körpers führt. Die gewöhnlichen
Methoden des Angriffs und der Abwehr, wie sie in Jiu-Jitsu gelehrt werden,
kann man nicht als ideal für die Entwicklung des Körpers bezeichnen,
darum habe ich sie so vereinigt, dass sie die notwendigen Bedingungen
zur harmonischen Entwicklung des Körpers erfüllen. Man kann
sagen, dies erfüllt zwei Zwecke:
1. körperliche Entwicklung,
2. Übung in der Kunst des Kampfes.
Da von jeder Nation verlangt wird, dass sie für ihre nationale Verteidigung
sorgt; so muss jeder Einzelne sich selbst verteidigen können. In
diesem Zeitalter der Aufklärung würde niemand daran denken sich
auf einen Angriff anderer Personen oder anderer Nationen vorzubereiten
oder um anderen Gewalt anzutun. Aber Verteidigung aus dem Grunde der Gerechtigkeit
und Menschlichkeit darf niemals von einer Nation oder einem Einzelwesen
vernachlässigt werden.
Diese Methode körperlicher Erziehung in Angriffs- und Verteidigungsformen
teilte sich in zwei Arten von Übungen: die eine ist eine Übung
für einen einzelnen, die andere eine Übung mit einem Gegner.
Durch meine Erklärungen haben Sie ohne Zweifel verstanden; was ich
meine mit körperlicher Erziehung begründet auf dem Grundsatz
von grösster Wirksamkeit. Obgleich ich unbedingt verteidige, dass
die körperliche Erziehung einer ganzen Nation von diesem Grundsatz
geleitet werden muss, lege ich gleichzeitig keinen geringeren Nachdruck
auf Athletik und verschiedene kriegerische Übungen. Wenn sie auch
nicht als passend für die körperliche Ertüchtigung einer
ganzen Nation erachtet werden können, weil sie eben nur zur Pflege
von einzelnen Gruppen von Personen dienen, haben sie doch ihren besonderen
Wert und ich will niemand davon abschrecken, besonders nicht von den Randori-Übungen
im Judo.
Ein grosser Wert liegt bei Randori in der Fülle der Bewegungen, die
tauglich zur körperlichen Ertüchtigung sind. Ein anderer Wert
liegt darin, dass jede Bewegung einen Zweck hat und mit Überlegung
ausgeführt wird, während bei gewöhnlicher Gymnastik die
Bewegungen des Interesses entbehren. Das Ziel eines systematischen körperlichen
Trainings im Judo ist nicht nur den Körper zu entwickeln, sondern
den Mann oder die Frau in den Stand zu setzen, eine vollkommene Kontrolle
über Geist und Körper zu haben und so auf jedes Ereignis vorbereitet
zu sein, sei es ein einfacher Zwischenfall oder ein Angriff durch andere.
Obgleich Übungen im Judo hauptsächlich zwischen zwei Personen
in einem extra für diesen Zweck hergerichteten Raum ausgeführt
werden, ist dies nicht immer notwendig. Sie können von einer Gruppe
oder von einer einzelnen Person auf dem Spielplatz oder in einem gewöhnlichen
Raum geübt werden. Man denkt im allgemeinen, im Randori zu fallen
ist mit Schmerz und manchmal mit Gefahr verbunden. Aber eine kurze Erklärung,
wie das Fallen gelehrt wird, genügt um zu verstehen, dass es dabei
keine Schmerzen oder Gefahr gibt.
Ich will nun von der intellektuellen Seite des Judo sprechen. Geistiges
Training beim Judo kann sowohl beim Kata als auch beim Randori geschehen,
aber erfolgreicher bei dem letzteren. Da Randori ein Kampf zwischen zwei
Personen ist, die alle Mittel benutzen und den vorgeschriebenen Regeln
des Judo gehorchen, müssen beide Gegner äusserst aufmerksam
sein und sich bemühen schwache Punkte des Gegners zu erkennen, um
anzugreifen sobald sich eine Gelegenheit bietet. Solch eine Gewohnheit
des Geistes, Angriffsmittel zu finden, macht den Schüler ernst und
aufrichtig, vorsichtig und überlegend in seinem ganzen Wesen. Gleichzeitig
wird man geübt in schnellem Entschluss und sofortigem Handeln, denn
wenn man beim Randori sich nicht schnell entschliesst und sofort handelt,
verliert man die Gelegenheit sowohl zum Angriff wie zur Verteidigung.
Dann wieder kann der Kämpfende beim Randori nicht sagen was der andere
tun wird, und so muss man immer auf einen plötzlichen Angriff des
anderen vorbereitet sein. Ist man hieran gewöhnt, so entwickelt man
einen hohen Grad von geistiger Gemütsruhe. Übungen in Aufmerksamkeit
und Beobachtung in der Übungshalle entwickeln natürlich diese
Fähigkeit, die im täglichen Leben so nützlich ist.
Um Mittel zum Sieg zu finden sind Übungen der Kraft der Vorstellung,
der Folgerung und des Urteils unentbehrlich und diese Fähigkeit wird
beim Randori entwickelt. Andererseits ist das Studium des Randori das
Studium der Beziehungen zwischen zwei kämpfenden Parteien; Hunderte
von wertvollen Aufgaben stammen aus diesem Studium, aber ich will mich
im Augenblick damit begnügen, Ihnen ein paar Beispiele zu geben.
Beim Randori lehren wir den Schüler immer nach dem grundlegenden
Prinzip des Judo zu handeln, ganz gleich wie körperlich unterlegen
ihm sein Gegner erscheint und sogar wenn es klar liegt, dass er seinen
Gegner leicht überwältigen kann. Wenn er gegen diesen Grundsatz
handelt, wird er seinen Gegner niemals von seiner Niederlage überzeugen,
welch rohe Gewalt er auch angewandt hat. Es ist unbedingt notwendig, Ihre
Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, dass der Weg, den Gegner durch
Beweise zu überzeugen nicht der ist; irgendeinen Vorteil ihm gegenüber
auszunutzen, sei es den der Kraft, des Wissens oder des Reichtums, sondern
ihn zu überzeugen durch unwiderlegliche Regeln der Logik. Die Lehre,
dass Überredung und nicht Zwang wirksam ist - dies ist wertvoll im
praktischen Leben; lernen wir es durch Randori.
Wir lehren den Lernenden, wenn er einen Kunstgriff anwendet, um seinen
Gegner zu überwältigen, nur soviel Kraft anzuwenden, wie unbedingt
nötig ist für den fraglichen Zweck, wobei er genau abwägt,
dass nicht zu viel und nicht zu wenig Kraft verwandt wird. Es gibt nicht
wenige Fälle, in denen der Fehler gemacht wird, bei einem Unternehmen
zu weit zu gehen, weil man nicht weiss, wann man aufhören muss, und
gekehrt.
Um noch ein weiteres Beispiel zu nehmen: Im Randori lehren wir den Schüler,
dass er, um den Sieg über einen wild erregten Gegner zu erringen,
ihm nicht mit aller Kraft Widerstand leisten soll, sondern dass er mit
ihm spielt bis seine Wut verraucht.
Die Nützlichkeit dieser Methode für das tägliche Leben
ist augenfällig. Jedermann weiss, dass keine Vernunftgründe
etwas nützen, wenn wir es mit jemandem zu tun haben, der aufs äusserste
erregt ist. Alles, was man in solch einem Falle tun kann, ist abzuwarten
bis seine Wut sich legt. All diese Lehren erfassen wir beim Üben
des Randori. Ihre Anwendung im täglichen Leben ist ein interessantes
Studium und ist vor allem für junge Leute höchst wertvoll als
eigene geistige Übung. Ich will meine Ausführungen über
die geistige Seite von Judo beschliessen, indem ich kurz auf die vernünftigen
Methoden der Ausbildung des Wissens und der geistigen Kraft komme. Wenn
wir genau die tatsächlichen gesellschaftlichen Verhältnisse
beobachten, sehen wir überall wie wir unsere Energie töricht
bei der Erlangung von Wissen verausgaben. Unsere ganze Umgebung gibt uns
fortgesetzt Möglichkeiten nützliches Wissen zu erwerben. Aber
meist versäumen wir es, diese Gelegenheiten wahr zu machen. Wählen
wir wirklich unsere Bücher, Zeitschriften und Zeitungen gut aus?
Finden wir nicht oft, dass unsere Energie, die für die Sammlung nützlichen
Wissens hätte benutzt werden können, oft für solches Wissen
verbraucht wird, das für uns selbst und auch für die Gesellschaft
schädlich ist. Ausser der Erwerbung nützlichen Wissens, müssen
wir versuchen, unsere geistigen Kräfte zu erhöhen, z. B. Gedächtnis,
Aufmerksamkeit, Beobachtung; Urteil, Überlegung, Vorstellungsgabe
usw. Aber dies sollten wir nicht dem Zufall überlassen, sondern wir
sollten dies in Übereinstimmung mit psychologischen Gesetzen tun,
so dass das Verhältnis dieser geistigen Kräfte untereinander
harmonisch wird. Nur bei getreuester Befolgung des Prinzips der grössten
Wirksamkeit - das ist Judo - können wir das Ziel erreichen, unser
Wissen und unsere geistige Kraft auf vernünftige Weise zu vermehren.
Ich will jetzt über die sittliche Seite vom Judo sprechen. Es ist
nicht meine Absicht, über die moralische Erziehung zu reden, die
Schülern in dem Schulraum gegeben wird, wie die Beobachtung der üblichen
Höflichkeitsregeln, Mut und Ausdauer, Freundlichkeit und Respekt
vor anderen, Gerechtigkeit und "fair play" welches so sehr im
athletischen Sport in der ganzen Welt betont wird. Die Ausbildung in Judo
hat in Japan eine besondere moralische Bedeutung, weil Judo mit anderen
kriegerischen Übungen von unseren Samurai, die einen hohen Ehrbegriff
hatten, ausgeübt wurde, deren Geist uns durch Judo überliefert
worden ist. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen erklären,
wie das Prinzip der grössten Wirksamkeit uns dabei hilft, die moralische
Führung zu verbessern. Mancher ist gelegentlich sehr erregbar und
geneigt sich über Kleinigkeiten zu erregen. Aber wenn man begreift,
dass erregt zu sein, einen unnötigen Verlust an Energie bedeutet
und oft einem selbst oder anderen schaden kann, so wird der Schüler
von Judo ein solches Verhalten vermeiden. Mancher ist gelegentlich niedergeschlagen
auf Grund von Enttäuschungen, ist traurig und hat keine Lust zu Arbeiten.
Ein solcher fühlt sich durch Judo veranlasst, herauszufinden, welches
der beste Weg ist, den er beschreiten kann. Solch ein niedergeschlagener
Mann scheint mir in derselben Lage zu sein, wie einer der auf der Höhe
des Erfolges ist. In beiden Fällen gibt es nur einen Weg den er beschreiten
kann, das ist der, den er selbst als den besten in diesem Zeitpunkt erkennt.
So kann man sagen, dass die Lehre von Judo einen aus der Tiefe der Verstimmung
in ein Stadium energischer Tätigkeit mit einer frohen Hoffnung in
die Zukunft führen kann. Dieselbe Überlegung trifft auf jemanden
zu, der unzufrieden ist. Unzufriedene Leute sind oft schlechter Laune,
machen andere verantwortlich, ohne sich genügend um ihren eigenen
Beruf zu kümmern. Die Lehre von Judo wird solchen Leuten verständlich
machen, dass ihr Verhalten gegen das Prinzip der grössten Wirksamkeit
verstösst und wird Ihnen klarmachen, dass sie mit der getreuen Befolgung
dieses Prinzips sehr viel heiterer werden. So ist die Lehre von Judo auf
die verschiedensten Arten für eine moralische Lebensführung
von Wert.
Schliesslich möchte ich noch einige Worte über die Gefühlsseite
vom Judo sagen. Wir kennen alle das angenehme Gefühl, das uns unsere
Muskeln durch Übung geben, wir finden es angenehm, Fortschritte beim
Gebrauch unserer Muskeln zu machen und ebenso erfreulich ist für
uns die Empfindung der Überlegenheit über andere beim Kampf.
Aber zu diesen angenehmen Empfindungen kommt noch die weitere aus den
schönen Stellungen und Bewegungen, einerlei, ob man sie selbst ausführt
oder bei anderen sieht. Die ästhetische Seite vom Judo besteht eben
in der Übung und Beobachtung solcher Bewegungen, die gleichzeitig
Symbole verschiedener Ideen sind.
Ich nehme an, Sie sehen nun, was Judo tatsächlich bedeutet im Gegensatz
zu Jiu-Jitsu unserer Ritterzeit.
Wenn ich nun in einer kurzen Form zusammenfasse, worüber wir gesprochen
haben, so möchte ich es folgendermassen resümieren: Judo ist
Studium und eine Übung von Geist und Körper, die für die
Führung des Lebens und aller Angelegenheiten gilt. Aus der Übung
der verschiedenen Methoden von Angriff und Verteidigung kam ich zu der
Überzeugung, dass alles von der richtigen Anwendung des einen grossen
Prinzips abhängt: was immer das Ziel ist, es kann am besten erreicht
werden durch den höchst wirksamen Gebrauch von Geist und Körper
für diesen Zweck.
Ebenso wie dieses Prinzip auf die Methoden von Angriff und Verteidigung
angewendet Jiu-Jitsu bedeutet, so bedeutet dasselbe Prinzip auf körperliche,
geistige und sittliche Kultur angewendet, das Wesen vom Judo.
Wenn die wirkliche Bedeutung dieses Prinzips erkannt ist, kann es auf
alle Seiten des Lebens und der Tätigkeit angewendet werden und befähigt
uns ein würdiges und vemunftgemässes Leben zu führen.
Das wirkliche Verständnis dieses Prinzips muss nicht unbedingt durch
die Übungen in Angriff und Verteidigung erlangt werden, aber ich
selbst kam zum Verständnis dieser Ideen durch die Übung in diesen
Methoden.
Dieses Prinzip der grössten Wirksamkeit in seiner Anwendung auf das
gesellschaftliche Leben ebenso wie in seiner Anwendung auf Geist und Körper
verlangt vor allem Ordnung und Harmonie unter seinen Mitgliedern und diese
kann nur durch gegenseitige Hilfe und Nachsicht erreicht werden, die zu
allgemeiner Wohlfahrt und Glück dienen. Das letzte Ziel vom Judo
ist also, in den Geist eines jeden Respekt für das Prinzip der grössten
Wirksamkeit einzupflanzen und so allgemeine Wohlfahrt und Glück zu
verbreiten. Betrachten wir den tatsächlichen gesellschaftlichen Zustand
über die ganze Welt hin. Trotz der Tatsache, dass Ethik in allen
ihren Formen (religiöser, philosophischer oder überlieferter
Art) dazu da ist, das gesellschaftliche Verhalten der Menschen zu verbessern
und einen idealen Zustand herbeizuführen, so zeigen uns die Tatsachen
fast das Gegenteil. Wir sehen Laster, Streitigkeiten und Unzufriedenheit
in jeder gesellschaftlichen Klasse von der höchsten bis zur niedrigsten.
Während wir eine gesunde und ordentliche Lebensführung schon
in der Schule gelehrt bekommen, neigt fast jeder dazu diese Regeln zu
missachten.
Die tatsächlichen Verhältnisse beweisen, dass unserer Gesellschaft
etwas fehlt, das ans Licht gebracht und allgemein anerkannt werden muss
und das die jetzige Gesellschaft neu formen könnte und der Welt grösseres
Glück und mehr Zufriedenheit brächte. Das ist die Lehre der
grössten Wirksamkeit und allgemeiner Wohlfahrt und Glück.
Ich will damit nicht sagen, dass unsere alten überkommenen moralischen
und sittlichen Vorschriften weniger beobachtet werden müssen. Indessen
man lässt diese Vorschriften ebenso viel geachtet wie bisher aber
man füge zu ihnen unser Prinzip der grössten Wirksamkeit und
allgemeinen Wohlfahrt hinzu. Dies sage ich mit allem Nachdruck, weil in
unserem Zeitalter der Kritik und der neuen Ideen jede neue Lehre einen
unbestreitbaren Vernunftsgrund haben muss, wenn sie sich durchsetzen will.
Jemand, der nachdenkt, sagt heutzutage nicht: "Weil ich dies oder
jenes glaube, deswegen musst Du es auch glauben" oder ich kam zu
diesem oder jenen Schluss durch meine eigene Überlegung, deswegen
musst Du zu demselben Schluss kommen". Was man behauptet, Muss auf
Tatsachen gegründet sein oder auf einer vernünftigen Überlegung,
die kein Gesunder verneinen oder bezweifeln kann. Sicherlich kann niemand
das Prinzip verneinen: "Was auch das Ziel ist, es kann am besten
erreicht werden durch den höchsten oder wirksamsten Gebrauch von
Geist und Körper für diesen Zweck." Ebenso kann niemand
bestreiten, dass nur durch Streben nach allgemeiner Wohlfahrt und Glück
jedes Mitglied der Gesellschaft von Uneinigkeit und Streit abgehalten
werden kann und in Frieden und Wohlfahrt lebt. Vermutlich ist es die allgemeine
Anerkennung dieser Tatsachen, dass die Menschen soviel über Wirksamkeit
und wissenschaftliche Organisation reden. Hinzu kommt, dass das Prinzip
von Leistung und Gegenleistung immer mehr der bestimmende Faktor im Leben
der Menschheit wird. Es ist doch wohl das Prinzip der allgemeinen Wohlfahrt
und des Glücks, das so allgemein anerkannt wurde, dass man den Völkerbund
gegründet hat und die Grossmächte der Welt zusammenkamen, um
Rüstungsbeschränkungen zu vereinbaren. Diese Tatsachen bedeuten
auch eine klare Anerkennung der dringenden Notwendigkeit von Wirksamkeit
und allgemeiner Wohlfahrt und Glück. Solche Bestrebungen müssen
durch die Erziehung in jedem Lande gefördert werden.
Jigoro Kano
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